Psychagogische Kinder- und Jugendhilfe 
Rittmarshausen e.V.

 
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Wie alles begann

Professionalität von Anfang an

1956

Käthe und Ernst Dühsler eröffnen in einem Flügel des Schlosses Rittmarshausen ein „Behandlungsheim für Kinder und Jugendliche mit neurotischen Entwicklungsstörungen“ in privater Trägerschaft. Sie ist Psychagogin, ihr Mann Kunsterzieher. Die Einrichtung kann bis zu 20 Kinder und Jugendliche aufnehmen, die aufgrund neurotisch bedingter Störungen, „einer psychagogischen tiefenpsychologisch fundierten Betreuung, pädagogischer Führung und individueller Pflege bedürfen“ (aus der ersten Informationsschrift).

1958

Gründung eines Fördervereins, unter anderem von Prof. Dr. med. Friedrich Specht, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, und Fachleuten gleicher und ähnlicher Ausrichtung. Noch im selben Jahr erhält der Verein einen neuen Namen: Verein Psychagogisches Kinderheim Schloss Rittmarshausen e. V. Sein Zweck ist die Übernahme der Trägerschaft.

1959

Mit dem 1. Januar beginnt die offizielle Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins. Er wird korporatives Mitglied des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ernst Dühsler als Geschäftsführer des Vereins und als Heimleiter angestellt. Käthe Dühsler arbeitet als Psychagogin.

1962

Die Hinweise des zuständigen Gesundheitsamtes auf bauliche und sanitäre Mängel im Schloss Rittmarshausen eröffnen längere Planungen und Finanzierungsverhandlungen für einen Neubau.

1970

Das neue Gebäude in Rittmarshausen (Mahneberg) wird mit 35 Plätzen in Betrieb genommen. Der Name der nach wie vor zentral orientierten Einrichtung – Psychagogisches Kinderheim Rittmarshausen e. V. – verweist auf die weiterhin bestehende Besonderheit: die Verbindung von therapeutischen mit sozialpädagogischen Hilfen.

1975

Eröffnung einer heilpädagogischen Tagesgruppe in Bischhausen.

1977

Der Standort Bischhausen wird zu einem heilpädagogischen Heim ausgebaut. Der Schulunterricht für die in den Einrichtungen des Vereins aufgenommenen Kinder wurde zunächst durch eine Sonderklasse der Gartetalschule im Heim in Rittmarshausen gewährleistet.

1980 bis 1996

Differenzierung und Dezentralisierung werden fortgeführt. Die Erkenntnis, dass nicht immer die Voraussetzungen für tiefenpsychologisch fundierte Therapie gegeben sind und auch die Rückkehr in die Herkunftsfamilie nicht immer zu erreichen ist, führt zu neuen inhaltlichen und organisatorischen Projekten. Es entstehen mehrere Familien-Außenwohngruppen, in Etzenborn die erste Außenwohngruppe für Jugendliche sowie zusätzliche Wochen- und Tagesgruppen (heilpädagogisch oder psychotherapeutisch ausgerichtet). Für junge Volljährige werden in Göttingen Plätze für betreutes Wohnen und Möglichkeiten zur ambulanten Einzelbetreuung eingerichtet.

1980

Der Einrichtung wird am zentralen Standort Rittmarshausen eine Sonderschule angegliedert (heute: Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung). Vorher waren die Kinder verschiedener Gruppen in Sonderklassen einer auswärtigen Schule unterrichtet worden. Die eigene (staatlich anerkannte) Schule kann zunächst bis zu 60 Kinder aufnehmen.

1996

Der Trägerverein organisiert sich neu und überträgt alle rechtlichen Vollmachten auf einen Vorstand, der von der Mitgliederversammlung bestellt wird. Der Vorsitzende des Vorstands ist in der Folge für die Gesamtleitung der Einrichtung und die Geschäftsführung des Vereins verantwortlich.

2002

Umfang und Vielfalt der Angebote werden differenzierter und erfordern daher eine neue Kennzeichnung: Ergänzung des Namens durch den Zusatz „Jugendhilfe in Rittmarshausen/ Gleichen“.

2004

Mit externer Beratung und Prozessbegleitung und unter Beteiligung der Mitarbeiter entsteht ein Konzept zur Organisationsentwicklung. Unter anderem werden Organisationsziele und Qualitätsstandards definiert. Ein fortzuschreibendes Leitbild wird formuliert.

2005

Der Trägerverein übernimmt das Städtische Kinderheim Göttingen. Integriert in die Gesamteinrichtung, wird es als Jugendhilfezentrum Göttingen weitergeführt. Es liegt am Rande eines verkehrsberuhigten Wohngebietes und umfasst einen Gebäudekomplex mit Reihenhäusern, Turnhalle, weiteren Funktions- und Freizeiträumen sowie ein großes Außengelände für Sport und Spiel. Die Einrichtung vergrößert damit ihre räumlichen und materiellen Möglichkeiten und kann zusätzliche Gruppen anbieten, so auch eine Diagnostik- und Notaufnahmegruppe. Der neue Name der Einrichtung lautet jetzt: Psychagogisches Kinderheim Rittmarshausen e. V. Jugendhilfe in Gleichen und Göttingen.

2006

Im Rahmen des Organisationsentwicklungsprozesses werden zukünftig alle Organisationsprozesse systematisch durch eine Steuerungsgruppe unterstützt. Im Mittelpunkt stehen die Weiterentwicklung von Strukturen und Prozessen, Qualitätsbeschreibungen und Personalentwicklung.

2008

Im September: Start mit einer ersten Intensivgruppe für sechs Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Das Angebot der Gruppe „Phönix“ unterscheidet sich von den anderen stationären Wohngruppen durch eine intensivere pädagogische, psychotherapeutische und/oder psychologische Betreuung, die durch entsprechendes Fachpersonal gewährleistet wird.

2012

Durch den zusätzlichen Bedarf nach Schutzräumen für junge Mädchen in unserer Einrichtung wurde am 15. September 2012 in einem neu erworbenen Haus eine Psychotherapeutische Mädchenwohngruppe, mit dem Schwerpunkt Traumatherapie und Traumapädagogik eröffnet.

2013

Umzug der bisherigen Jugendwohngruppe Bischhagen in ein neu erworbenes Haus in Nesselröden.

2014

Geplante Auslagerung der Jungenwohngruppe „Phönix“ in ein kindgerechtes Haus mit Garten.

2015

Die Jungenwohngruppe „Phönix“ mit Schwerpunkt Traumapädagogik feiert am 30. Juni die Einweihungsfeier ihres neuen Wohnhauses in der Gartestraße 7 in Rittmarshausen. Zusammenführung der Mädchenwohngruppe und der Jungenwohngruppe „Phönix“ zu einem eigenen Bereich mit dem fachlichen Schwerpunkt Traumapädagogik.

2016

Das Psychagogische Kinderheim Rittmarshausen wird 60 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums veranstaltet die Gesamteinrichtung einen Fachtag mit Vorträgen und Gesprächen von und mit externen Fachleuten, ehemaligen Kindern und Jugendlichen sowie Mitarbeitern der Einrichtung. Gefeiert wird außerdem bei einem großen gemeinsamen Sommerfest auf dem Außengelände.

2017

Seit dem 1.2.2017 trägt die Einrichtung den neuen Namen "Psychagogische Kinder- und Jugendhilfe Rittmarshausen e.V."

2018/2019

Intensive Arbeit an den Prozessen zum Krisenmanagement, zur Partizipation, zum Beschwerdemanagement für Kinder und Jugendliche und zum sexualpädagogischen Konzept. Es erfolgte ebenso eine konzeptionelle Umstrukturierung der Leistungsbeschreibungen.

2020 bis 2023

Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Einrichtung. Das Augenmerk gilt in dieser Zeit vor allem der Aufrechterhaltung der Betreuung und der Fürsorge für unsere Mitarbeiter*innen und der Kinder und Jugendlichen. Auch der Ukraine-Krieg geht nicht an uns vorbei. Die enormen Herausforderungen und Entwicklungen dieser Zeit führen zu vielen Veränderungen innerhalb der Struktur und Angebotsvielfalt unserer Einrichtung.   

 

Schließung der Wohngruppe Phönix und Umzug der Jugendwohngruppe Beienrode in das Haus der ehemaligen Phönixgruppe. Es entsteht die Jugendwohngruppe Rittmarshausen. 

Schließung der Wohngruppe "Siebenschläfer" und Neueröffnung einer psychotherapeutischen Wochengruppe am Standort Rittmarshausen. 

2024   

Schließung der Diagnostikgruppe Rotes Haus und Entwicklung eines neuen Leistungsangebotes. Die Wochengruppe mit psychosozialer Diagnostik ist zum 01.09.2024 in den Räumlichkeiten des Roten Hausen eröffnet. 

2025   

Wir feiern 50 Jahre Heilpädagogischer Bereich Bischhausen!

Auftakt bildete ein Gesamtfortbildungstag unter dem Motto: "50 Jahre gemeinsam wachsen - systemische Teamentwicklung".

Ein Festakt mit anschließendem traditionellen Sommerfest für die Kinder und Familien war der Höhepunkt unseres Jubiläums. Mit dem Motto: "Zurück in die Zukunft" haben wir uns gemeinsam auf eine kleine Zeitreise begeben. Von der Entstehung der Einrichtung mit psychotherapeutischen Schwerpunkt über den Ausbau des heilpädagogischen Standortes und der Erweiterung durch das Jugendhilfezentrum Göttingen. Gäste waren ehemalige Mitarbeiter der letzten 50 Jahre, Kooperationspartner sowie Bürger und Nachbarn aus der Gemeinde und des Landkreises. 

 

Wir präsentieren die Neuauflage unserer Broschüre "Miteinander neue Wege gehen - gemeinsam Perspektiven schaffen."

 

Unsere Einrichtung ist jetzt auch auf Instagram zu finden.

 

Nach intensiver Arbeit geht die neu gestaltete Homepage online.